Vom Chemiker zum Ministerpräsidenten. Eine Chronologie PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Stephan Bliemel   
Mittwoch, 01. Juli 2009 um 15:14 Uhr

ringstorff

17.11.1989
– Der Chemiker und Leiter der Außenstelle »Schifffsfarben Küste« des Kombinats VEB Lacke und Farben Dr. Harald Ringstorff nimmt zusammen mit weiteren 50 Rostockern an der Gründungsversammlung der SDP in Rostock teil.

9.3. 1990 – Der SPD-Landesverband wird auf dem Parteitag in Güstrow gegründet. Ringstorff referiert dort über den Wirtschaftsraum Mecklenburg/Vorpommern, plädiert für die Gründung eines gleichnamigen Bundeslandes und wird Landesvorsitzender der SPD.

14.10. 1990 – Bei den Landtagswahlen wird Klaus Klingner, Justizminister Schleswig-Holsteins, Spitzenkandidat der SPD in MV. Mit 27% Zweitstimmen liegt die SPD jedoch deutlich hinter der CDU (38,3%) und erreicht aufgrund eines Parteiübertrittes keine Regierungsbeteiligung. Harald Ringstorff wird Oppositionsführer.

März 1992 – Nach dem Rücktritt des Ministerpräsidenten Gomolka lehnt die SPD die Option einer großen Koalition geschlossen ab. Bernd Seite wird mit zwei Oppositionsstimmen zum neuen Ministerpräsidenten gewählt.

Sommer 1994 – Nachdem erste interne Diskussionen über eine mögliche Koalition mit der PDS beginnen, schließt Harald Ringstorff vor der Landtagswahl 1994 eine derartige Koalition aus. Dennoch wirft der ehemalige Juso-Landesvorsitzende Schuckmann Ringstorff vor, die PDS hoffähig zu machen.

Oktober 1994 – Die SPD gewinnt bei den Landtagswahlen 2,5% hinzu und erhält 29,5% der Zweitstimmen. Es kommt zu Sondierungsgesprächen mit der PDS. Heftige innerparteiliche Diskussionen beginnen, insbesondere die SPD-Bundespartei lehnt eine solche Koalition ab.

2.12. 1994 – Ein Sonderparteitag beschließt die Regierungsbildung mit der CDU. Harald Ringstorff wird stellv. Ministerpräsident und Wirtschaftsminister in der Großen Koalition.
Februar 1996 – Der PDS-Landesvorsitzende Holter erklärt öffentlich, dass seine Partei langfristig eine Koalition mit der SPD anstrebe.

April 1996 – In der zweiten Werftenkrise bezichtigt Ringstorff den Ministerpräsidenten Seite der Lüge. Die Koalitionskrise wird durch eine Kabinettsumbildung beendet, bei der Finanzministerin Bärbel Kleedehn ihren Posten für Sigrid Keler räumt. Ringstorff muss dafür jedoch seinen Kabinettsposten aufgeben und übernimmt wieder den Fraktionsvorsitz. Das Taktieren führt zu Unruhe an der Basis – einige Ortsvereine fordern Ringstorff auf, 1998 nicht mehr als Spitzenkandidat anzutreten.

30.11. 1996 – Auf dem Kühlungsborner Parteitag schlägt man vor, ohne Koalitionsaussage in den Wahlkampf 1998 zu ziehen und den Spitzenkandidaten in einer Urwahl zu bestimmen. Ringstorff gewinnt diese Urwahl gegen zwei weitere Bewerber mit knapp 80% Zustimmung.

27.9. 1998 – Bei den Landtagswahlen wird die SPD mit 34,3% stärkste Fraktion.

3.11. 1998 – Der Koalitionsvertrag der ersten rot-roten Koalition wird unterschrieben und ruft weder in der regionalen Öffentlichkeit noch innerhalb der SPD-Gremien eine intensive Debatte hervor. Harald Ringstorff wird mit 39 von 71 Stimmen zum Ministerpräsidenten gewählt, 8 Stimmen aus der eigenen Koalition fehlen.

 
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    Dieter Niesen (geb. 1960) ist SPD-Mitglied und Dezernent für Finanzen, Jugend und Soziales der Landeshauptstadt Schwerin
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    Finanzministerium MV ist Mitglied des SPD-Landesvorstandes und SPD-Bundestagskandidat für den Wahlkreis Wismar-Nordwestmecklenburg-Parchim.